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Weiterbildung Digitalisierungsmanager

Kosten einer Digitalisierungsmanager-Weiterbildung transparent erklärt

· 8 Min. Lesezeit · Dr. Jens Aichinger
Offenes Notizbuch mit handschriftlicher Kalkulation neben einem Taschenrechner auf einem Schreibtisch

Eine Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager kostet ohne Förderung rund 9.662,40 Euro. Der Preis umfasst das gesamte 720-UE-Curriculum, die Live-Betreuung durch Dozenten, den Zugang zur Lernplattform, die Prüfungen und die Zertifikate am Ende. Mit Bildungsgutschein oder QCG liegt der Eigenanteil bei 0 Euro.

In meinen Beratungsgesprächen ist der Preis fast immer eine der ersten Fragen. Die wichtigere Frage ist aber: Was ist im Preis enthalten und was nicht? Dieser Artikel zeigt dir das im Detail.

Listenpreis und Stundenpreis im Überblick

Der Listenpreis liegt bei 9.662,40 Euro für 720 UE über vier Monate. Das ergibt einen durchschnittlichen Preis von rund 13,50 Euro pro UE oder rund 18 Euro pro Zeitstunde. Im Vergleich zu Einzelkursen (oft 30 bis 60 Euro pro Stunde) ist das deutlich günstiger, weil das Programm zusammenhängend gebucht wird.

PositionBetrag
Gesamtpreis9.662,40 Euro
Preis pro UErund 13,50 Euro
Preis pro Zeitstunderund 18 Euro
Preis pro Monat (4 Monate)rund 2.425 Euro
Mit Bildungsgutschein oder QCG0 Euro Eigenanteil

Die 9.662,40 Euro sind ein fairer Preis für eine vollständige AZAV-zertifizierte Weiterbildung mit Live-Unterricht, Dozentenbetreuung, Prüfungen und fünf Zertifikaten am Ende. Anbieter, die deutlich weniger verlangen, sparen meistens an einer der Stellschrauben: weniger Live-Anteil, größere Gruppen oder weniger Prüfungs- und Zertifikatsaufwand.

Im Preis enthaltene Leistungen

Ein seriöser Gesamtpreis umfasst typischerweise:

  • 720 UE Live-Unterricht mit ausgebildeten Dozenten
  • Zugang zur Lernplattform über die gesamte Kursdauer (meist Moodle oder vergleichbar)
  • Alle Kursmaterialien (Skripte, Übungsdateien, Aufzeichnungen wenn verfügbar)
  • Lizenzen für Werkzeuge (soweit für den Kurs benötigt)
  • Prüfungsgebühren (für Microsoft AI-900, EU AI Act Sachkundenachweis, Prompt Engineering Nachweis, DEKRA-Zertifikat, Portfolio-Zertifikat)
  • Individuelle Betreuung durch den Dozenten
  • Abschlussprojekt-Begleitung
  • Zertifikate und Teilnahmebescheinigung am Ende

Wichtig: Die genaue Liste variiert. Bei der Beratung solltest du explizit fragen, ob die Prüfungsgebühren für externe Zertifikate (Microsoft AI-900 zum Beispiel) im Preis drin sind oder extra bezahlt werden.

Was du zusätzlich tragen musst

Typische Kostenpunkte, die du zusätzlich tragen musst:

  • Eigene Hardware (Laptop, Headset, Webcam)
  • Internetverbindung zu Hause
  • Lebenshaltung während der Kurszeit (wenn du nicht gefördert wirst und nicht berufstätig bleibst)
  • Optionale Zertifikats-Prüfungen außerhalb des Standardpakets
  • Reise und Unterkunft, wenn der Kurs vor Ort stattfindet (bei Online entfällt das)

Der größte nicht genannte Kostenblock ist die Lebenshaltung. Wer vier Monate in Vollzeit lernt und keine Förderung bekommt, muss diese Zeit finanziell überbrücken können. Bei einem Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit oft zusätzlich den Lebensunterhalt (ALG I oder Qualifizierungsgeld).

Kosten mit Bildungsgutschein

Mit Bildungsgutschein nach § 81 SGB III kostet die Weiterbildung 0 Euro Eigenanteil. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter übernimmt die vollen Kurskosten, zusätzlich meistens auch die Fahrtkosten (bei Online entfällt das weitgehend), die Kosten für Kinderbetreuung und den Lebensunterhalt über ALG I oder Arbeitslosengeld II.

Voraussetzung: Der Anbieter ist AZAV-zertifiziert (was bei seriösen Weiterbildungen in dem Bereich Standard ist), du bist arbeitssuchend gemeldet oder dir droht Arbeitslosigkeit, und dein zuständiger Sachbearbeiter sieht die Weiterbildung als sinnvoll für deine Wiedereingliederung an.

Details zum Bildungsgutschein stehen auf unserer Pillar Weiterbildung im Detail und im Artikel zu Voraussetzungen.

Kosten mit Qualifizierungschancengesetz (QCG)

Das Qualifizierungschancengesetz richtet sich an Beschäftigte, nicht an Arbeitssuchende. Dein Arbeitgeber zahlt formal den Kurs, bekommt aber je nach Unternehmensgröße einen Teil oder alles von der Agentur für Arbeit erstattet.

UnternehmensgrößeFörderquote Lehrgangskosten
unter 10 Mitarbeiterbis zu 100 Prozent
10 bis 249 Mitarbeiter50 bis 100 Prozent
250 bis 2.499 Mitarbeiterbis zu 50 Prozent
ab 2.500 Mitarbeiterbis zu 15 Prozent

Zusätzlich ist ein Lohnzuschuss möglich, wenn du während der Weiterbildung freigestellt wirst. Die konkrete Förderhöhe besprichst du mit deinem Arbeitgeber und dem zuständigen Sachbearbeiter.

Kurspreise fair vergleichen

Drei Regeln helfen beim Vergleich:

  1. Pro UE rechnen. 9.662,40 Euro für 720 UE ergibt rund 13,50 Euro pro UE. Ein Kurs mit 6.000 Euro und 300 UE ergibt 20 Euro pro UE und ist pro Stunde teurer, nicht günstiger.
  2. Leistungen vergleichen. Sind Prüfungsgebühren enthalten? Gibt es ein Portfolio-Review? Wie groß sind die Gruppen? Ein billiger Kurs in einer 50er-Gruppe ist nicht dasselbe wie ein teurer in einer 15er-Gruppe.
  3. AZAV-Zertifizierung prüfen. Ohne AZAV keine Förderung. Das reduziert deine Entscheidung auf Anbieter, die eine anerkannte Weiterbildung liefern.

Wer Preise sauber vergleichen will, findet mit unserem Lead-Magnet „27 Fragen, die du jedem Anbieter stellen solltest” eine fertige Checkliste. Zum Format gibt es den Artikel zum Online-Kurs-Live-Anteil, zur Dauer den Vergleichsartikel. Eine Übersicht über die Eigenarbeit findet sich im Artikel zu Eigenarbeitsstunden. Und wer die 720 UE aufgeschlüsselt sehen will, liest den Grundlagen-Artikel.

Neutrale Informationen zu Förderungen bietet die Bundesagentur für Arbeit im Bereich Bildungsgutschein. Die gesetzliche Basis für den Bildungsgutschein findest du auf gesetze-im-internet.de unter § 81 SGB III.

FAQ zu Kosten

Sind 9.662,40 Euro viel oder wenig für eine Weiterbildung?

Für eine 720-UE-Weiterbildung mit Live-Unterricht ist das ein mittlerer Preis. Günstigere Kurse haben oft weniger Live-Anteil oder weniger Betreuung, teurere Kurse haben manchmal mehr Extraleistungen oder kleinere Gruppen.

Kann ich den Kurs in Raten zahlen?

Das hängt vom Anbieter ab. Manche bieten Ratenzahlung über 4 bis 12 Monate an, andere nicht. Bei geförderten Teilnehmern zahlt sowieso die Agentur, bei Selbstzahlern ist Ratenzahlung Verhandlungssache.

Gibt es versteckte Kosten?

Bei seriösen Anbietern nicht. Alle Pflichtkosten (Kursgebühr, Lernplattform, Prüfungen, Zertifikate) sollten im Gesamtpreis enthalten sein. Zusatzkosten entstehen nur, wenn du freiwillige Zusatzprüfungen ablegst oder optionale Zusatzmaterialien kaufst.

Was passiert, wenn ich den Kurs abbreche?

Bei Selbstzahlern gelten die Vertragsbedingungen des Anbieters. Meistens kannst du innerhalb einer bestimmten Frist zurücktreten, danach wird ein Teilbetrag fällig. Bei geförderten Teilnehmern wird der Abbruch mit dem Kostenträger geklärt.

Kann ich die Kosten steuerlich absetzen?

Wenn du Selbstzahler bist und der Kurs beruflich veranlasst ist, sind die Kosten als Werbungskosten oder Sonderausgaben absetzbar. Details klärst du mit deinem Steuerberater.

Über den Autor

Dr. Jens Aichinger ist Gründer von SkillSprinters, einem DEKRA-zertifizierten Bildungsträger nach AZAV. Er ist promovierter Naturwissenschaftler und arbeitet seit über zehn Jahren an der Schnittstelle von Bildung und Digitalisierung. Mehr zum Autor auf der Autoren-Seite.

Zuletzt geprüft am 14. April 2026 von Dr. Jens Aichinger. Kontakt und Terminbuchung über skill-sprinters.de/termin.

Vor der Buchung: die richtigen Fragen stellen

Der Preis allein sagt wenig, wenn du nicht weißt, was enthalten ist. Unser kostenloses PDF „27 Fragen, die du jedem Anbieter stellen solltest” strukturiert den Leistungsvergleich und schützt dich vor versteckten Zusatzkosten.

27 Fragen als PDF herunterladen

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