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Weiterbildung Digitalisierungsmanager

Wochenplan: ein typischer Tag während der Weiterbildung

· 8 Min. Lesezeit · Dr. Jens Aichinger
Wochenkalender mit Stundenplan und Laptop auf einem Schreibtisch

Ein typischer Tag in einer Vollzeit-Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager dauert von rund 8:30 bis 17:30 Uhr, davon sind sechs bis sieben Stunden Live-Unterricht und ein bis zwei Stunden Eigenarbeit. Die Woche läuft Montag bis Freitag, Wochenende und Feiertage sind frei. Das ergibt rund 25 bis 30 Stunden Live-Unterricht pro Woche.

In der Beratungspraxis höre ich oft die Frage „Wann muss ich aufstehen?” Die Antwort ist unspektakulär: wie bei einem regulären Bürojob. Dieser Artikel zeigt, wie ein Kurstag und eine Kurswoche wirklich aussehen.

Ein Kurstag im Detail

Ein typischer Kurstag hat vier Blöcke à 90 Minuten Live-Unterricht, mit kurzen Pausen dazwischen und einer Mittagspause. Die genauen Zeiten variieren je nach Anbieter, aber das Muster ist fast überall ähnlich.

ZeitAktivität
8:30Einloggen, Kaffee, Begrüßung
9:00 bis 10:30Block 1: Theorie-Input und Demo
10:30 bis 10:45Pause
10:45 bis 12:15Block 2: Übung in Kleingruppen
12:15 bis 13:15Mittagspause
13:15 bis 14:45Block 3: Hands-on-Praxis
14:45 bis 15:00Pause
15:00 bis 16:30Block 4: Präsentation und Feedback
16:30 bis 17:30Eigenarbeit, Hausaufgaben, Portfolio

Das sind sechseinhalb Stunden Live plus rund eine Stunde Eigenarbeit im direkten Anschluss. Wer später abends noch weiter arbeitet, kommt auf zwei oder drei Stunden Selbstlernen zusätzlich. Das ist in manchen Wochen nötig (vor Portfolio-Abgaben, im Abschlussprojekt), in anderen reicht weniger.

Ablauf einer Kurswoche

Eine Kurswoche folgt meistens einem thematischen Schwerpunkt. Ein Modul ist in mehrere Tage zerlegt, jeder Tag hat sein eigenes Unterthema, jeder Tag baut auf dem vorherigen auf.

TagTypischer Inhalt (Beispiel Modul 5, Werkzeuge)
MontagWerkzeug-Einführung, Installation, erste Übung
DienstagGrundlagen vertiefen, erste eigene Workflows
MittwochFortgeschrittene Funktionen, Fehlerbehebung
DonnerstagKombination mehrerer Werkzeuge, Integration
FreitagWochenabschluss, Präsentation, Feedback

Der Freitag ist oft leichter als Montag bis Donnerstag, weil die Theorie schon sitzt und die Zeit für Übung, Präsentation und Gruppenarbeit genutzt wird. Manche Anbieter machen Freitag einen halben Tag mit Fokus auf Portfolio und Selbstreflexion.

Bildschirmzeit pro Tag

Insgesamt rund sieben bis neun Stunden pro Werktag, inklusive Eigenarbeit. Das ist viel, wenn du es nicht gewohnt bist. Pausen sind entscheidend: zwei Pausen à 15 Minuten und eine Mittagspause à eine Stunde sind das Minimum, um konzentriert zu bleiben.

In den ersten Wochen merken viele Teilnehmer die Bildschirmzeit körperlich: trockene Augen, Rückenverspannungen, Kopfschmerzen. Das legt sich nach zwei oder drei Wochen, wenn du deine Arbeitsumgebung angepasst hast. Im Artikel zum Home-Office-Setup und im Artikel zur Ergonomie im Online-Lernen findest du konkrete Empfehlungen.

Die beste Zeit für Eigenarbeit

Drei typische Muster, jedes funktioniert, wenn du es konsequent machst. Direkt nach dem Live-Unterricht zwischen 16:30 und 18:00: Der Stoff ist frisch, aber du bist müde. Früh am Morgen vor dem Unterricht zwischen 7:00 und 8:30: Ausgeruht, aber mit frühem Aufstehen. Am Abend nach einer Pause zwischen 19:00 und 21:00, nach Abendessen und Bewegung: Frischer Kopf, aber du opferst Freizeit.

In meinen Kursen ist der Anschluss an den Unterricht am häufigsten, weil er den Tag in einem Stück hält. Die Abendvariante ist sinnvoll, wenn du Familie oder Kinder hast und der späte Abend die einzige ruhige Zeit ist.

Das Wochenende

Das Wochenende ist frei. Keine Pflicht, keine Hausaufgaben, keine verpflichtenden Sessions. In der Praxis nutzen viele Teilnehmer das Wochenende freiwillig für Nachholarbeit: schwierige Themen wiederholen, Portfolio aufräumen, Lesestoff durcharbeiten.

Ich empfehle in der Beratung regelmäßig: Lass mindestens einen Tag komplett frei. Wer sieben Tage pro Woche lernt, ist nach zwei Monaten erschöpft. Die Konzentration sinkt, die Fehlerquote steigt, der Lernerfolg leidet. Lieber fünf Werktage intensiv und das Wochenende zur Regeneration.

Pausen im Kurstag

Mindestens zwei kurze Pausen und eine Mittagspause. Gute Anbieter machen Pausen verbindlich (der Dozent deaktiviert die Kamera für 15 Minuten), weniger gute überziehen regelmäßig. Bei Überziehungen solltest du im Plenum freundlich ansprechen, dass Pausenzeit Pausenzeit ist. Das ist kein Zeichen von Unhöflichkeit, sondern notwendig.

Die Mittagspause sollte eine Stunde dauern. Kürzer ist oft nicht machbar, weil Kochen, Essen und Lüften zusammen schon 45 Minuten brauchen. Wer seine Mittagspause auf 30 Minuten drückt, nimmt den Rest des Nachmittags Schaden.

Wochenplan im Abschlussprojekt

Das letzte Modul (Modul 13, Abschlussprojekt) läuft etwas anders. Statt festem Unterricht mit vier Blöcken gibt es oft:

  • Montag: Kurze gemeinsame Besprechung, danach Eigenarbeit am Projekt
  • Dienstag: Individuelle Coaching-Slots mit dem Dozenten
  • Mittwoch: Eigenarbeit mit Gruppen-Check-ins
  • Donnerstag: Dokumentation, Präsentation vorbereiten
  • Freitag: Präsentation, Feedback, Projektverteidigung

In dieser Phase arbeitest du selbstständiger als im normalen Kursverlauf. Der Zeitaufwand ist oft höher, weil eigene Projekte auch am Abend und am Wochenende laufen. Der Artikel zum Abschlussprojekt zeigt das im Detail.

Die Pillar dazu steht in der Weiterbildung im Detail. Wer wissen will, wie 720 UE aufgeschlüsselt aussehen, liest den Grundlagen-Artikel. Zum Ablauf der 4-Monats-Weiterbildung gibt es einen eigenen Wochenplan. Und die Frage, wie viel Eigenarbeit wirklich nötig ist, klärt der separate Artikel.

Eine neutrale Einordnung zur Struktur von Vollzeit-Weiterbildungen gibt die Bundesagentur für Arbeit. Wer sich für die rechtliche Basis (SGB III und AZAV) interessiert, findet das Gesetz auf gesetze-im-internet.de.

FAQ zum Wochenplan

Muss ich jeden Tag anwesend sein?

Ja. In einer Vollzeit-Weiterbildung ist Anwesenheit Pflicht, vergleichbar mit einer Schule oder einem Vollzeitstudium. Bei Krankheit oder unvorhergesehenen Terminen gibt es Lösungen, aber das ist die Ausnahme.

Wann beginnt der Kurs morgens?

Meistens zwischen 8:30 und 9:00 Uhr. Manche Anbieter starten auch erst um 9:30 oder 10:00, dann endet der Tag entsprechend später.

Gibt es halbe Kurstage?

Manche Anbieter machen Freitag einen halben Tag. Andere haben einen durchgehenden Vollzeit-Rhythmus. Frag bei der Beratung konkret nach, wie der Wochenplan aussieht.

Wie viele Stunden soll ich für Eigenarbeit pro Tag einplanen?

Eine bis drei Stunden. Im Durchschnitt zwei Stunden, mit Schwankungen je nach Modul und Woche.

Kann ich den Wochenplan mit Familie vereinbaren?

Ja, wenn die Familie vorher informiert ist und die Zeiten akzeptiert. Vollzeit bedeutet, dass du werktags von 8:30 bis mindestens 17:00 Uhr nicht verfügbar bist. Das muss im Haushalt vorher geklärt werden.

Über den Autor

Dr. Jens Aichinger ist Gründer von SkillSprinters, einem DEKRA-zertifizierten Bildungsträger nach AZAV. Er ist promovierter Naturwissenschaftler und arbeitet seit über zehn Jahren an der Schnittstelle von Bildung und Digitalisierung. Mehr zum Autor auf der Autoren-Seite.

Zuletzt geprüft am 14. April 2026 von Dr. Jens Aichinger. Kontakt und Terminbuchung über skill-sprinters.de/termin.

Vor der Buchung: die richtigen Fragen stellen

Frag bei jedem Anbieter konkret nach Kursbeginn, Kursende, Pausenlänge und Wochenstruktur. Unser kostenloses PDF „27 Fragen, die du jedem Anbieter stellen solltest” liefert die passende Checkliste.

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