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Weiterbildung Digitalisierungsmanager

Das Abschlussprojekt im DigiMan-Kurs: Ablauf und Bewertung

· 8 Min. Lesezeit · Dr. Jens Aichinger
Notizen und Skizzen zum Abschlussprojekt auf einem Schreibtisch

Das Abschlussprojekt der Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager ist Modul 13 des 720-UE-Curriculums. Es umfasst 64 Unterrichtseinheiten und ist der Moment, in dem du selbst ein komplettes Projekt von der Idee bis zur Präsentation umsetzt. Die Phasen sind klar: Themenwahl, Konzept, Umsetzung, Dokumentation, Präsentation und Verteidigung. Bewertet wird nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Art, wie du Entscheidungen getroffen hast. Dieser Ratgeber erklärt, was dich erwartet und wie du dich vorbereitest.

In meinen Kursen erlebe ich regelmäßig, dass das Abschlussprojekt für viele Teilnehmer der wichtigste Moment der gesamten Weiterbildung ist. Es ist der Punkt, an dem das Gelernte auf ein echtes Problem trifft. Nicht mehr Übung, sondern Ernstfall.

Fünf Phasen über acht Unterrichtstage

Modul 13 ist in fünf Phasen gegliedert. Jede Phase hat ein klares Ziel und einen definierten Abschluss.

PhaseDauerZiel
Themenfindung1 TagKlares Problem identifizieren
Konzept1 TagLösung skizzieren, Werkzeuge wählen
Umsetzung3 bis 4 TagePrototyp bauen
Dokumentation1 TagPortfolio-Stück anlegen
Präsentation1 TagVor Dozenten und Gruppe vortragen

Die Aufteilung ist kein Gesetz, sondern ein Rahmen. Manche Projekte brauchen mehr Zeit für das Konzept, andere mehr Zeit für die Umsetzung. Der Gesamtumfang bleibt aber bei 64 Unterrichtseinheiten.

Die Themenwahl ist entscheidend

Ein schlecht gewähltes Thema führt zu einem mittelmäßigen Projekt, auch wenn die Umsetzung gut ist. Drei Regeln helfen bei der Wahl:

  • Das Thema muss mit Werkzeugen aus dem Kurs umsetzbar sein. Wer etwas Exotisches wählt, verliert Zeit mit Einarbeitung und kann die Lernziele nicht sauber belegen.
  • Das Thema sollte einen echten Kontext haben: eigener Alltag, Freundeskreis, Verein, Nebenerwerb. Ein rein fiktives Szenario wird in der Präsentation schwächer bewertet als ein reales Problem.
  • Das Thema muss in drei bis vier Tagen umsetzbar sein. Wer sich übernimmt, landet in der Zeitnot. Ein kleineres, aber sauberes Projekt schlägt ein großes mit halben Ergebnissen.

Wer unsicher ist, findet im Artikel Welche Use-Cases sich besonders eignen konkrete Vorschläge. Wer aus dem eigenen Alltag schöpfen will, findet im Ratgeber Projekt aus dem eigenen Alltag finden eine strukturierte Methode.

Die Konzept-Phase

Der Konzept-Tag ist kurz, aber entscheidend. In acht Unterrichtseinheiten legst du fest, worauf die nächsten Tage aufbauen.

Drei Elemente gehören in das Konzept:

  • Problem-Beschreibung in zwei bis drei Sätzen, ohne Fachjargon. Wer hier nicht klar formulieren kann, hat das Thema noch nicht verstanden.
  • Werkzeug-Wahl mit einer Begründung pro Werkzeug, nicht nur einer Aufzählung.
  • Zeit-Plan, der die drei bis vier Umsetzungstage in einzelne Arbeitspakete zerlegt. Jeder Tag hat ein konkretes Ziel.

Das Konzept wird mit einem Dozenten besprochen, bevor die Umsetzung beginnt. Keine Formalität, sondern eine Qualitätsprüfung. Wer hier Schwächen hat, korrigiert sie, bevor sie teuer werden.

Die Umsetzung

Drei bis vier Tage sind viel und wenig zugleich. Genug Zeit für ein solides Mini-Projekt, knapp für ausufernde Ideen. Drei Arbeitsprinzipien haben sich bewährt:

  • Früh einen funktionierenden Prototyp bauen, auch wenn er unfertig ist. Besser ein hässliches, aber laufendes Werkzeug am Ende von Tag 1 als eine elegante Planung ohne Code am Ende von Tag 3.
  • Dokumentation parallel zur Umsetzung. Nicht alles erst am Ende schreiben. Kurze Notizen zu jeder Entscheidung sparen am Dokumentations-Tag Stunden.
  • Früh Fehler zulassen. Ein Projekt, das nicht auf Anhieb läuft, ist normal. Die Lernkurve ist oft interessanter als die reine Umsetzung.

Dozenten stehen während der Umsetzung für Fragen zur Verfügung. Das ist kein Schwäche-Signal, sondern Teil des Modells. Wer fragt, lernt schneller.

Die Präsentation

Am letzten Tag von Modul 13 stellst du dein Projekt vor der Gruppe und den Dozenten vor. Typisch sind 15 bis 20 Minuten, plus zehn Minuten Fragen.

Das Schema:

  • Einleitung: Was war das Problem, warum wolltest du es lösen
  • Vorgehen: Welche Werkzeuge, welche Entscheidungen
  • Live-Demo: Das Projekt in Aktion, kurz und präzise
  • Ergebnisse: Messbar, ehrlich, mit Einschränkungen
  • Lernkurve: Was würdest du beim nächsten Mal anders machen

Die Live-Demo ist der entscheidende Moment. Wer hier ruhig bleibt und das Werkzeug souverän bedient, zeigt mehr als jede Folie.

Wie das Projekt bewertet wird

Dozenten achten auf fünf Dimensionen:

  • Konzept-Qualität: Wurde das Problem klar verstanden, passten die Werkzeuge.
  • Technische Umsetzung: Läuft das Werkzeug, gibt es Fehlerbehandlung, ist die Lösung nachvollziehbar.
  • Dokumentation: Klar strukturiert, messbare Ergebnisse, ehrliche Reflexion.
  • Präsentation: Verständlich, selbstsicher, souverän im Umgang mit Nachfragen.
  • Eigenständigkeit: Wurden die Entscheidungen selbst getroffen.

Typische Beispiele für Abschlussprojekte findest du im Artikel Abschlussprojekt-Beispiele. Einen vertiefenden Einblick in Modul 13 bietet der Ratgeber Modul 13: Abschlussprojekt. Den Gesamtrahmen erklärt die Ratgeber-Pillar zum Berufsbild.

Zu Standards in der beruflichen Weiterbildung und Prüfungsformen lohnt sich der Blick auf die Bundesagentur für Arbeit mit ihrer Übersicht zu AZAV-Weiterbildungen. Ein Leitfaden zu Projektmanagement-Grundlagen gibt die Gesellschaft für Projektmanagement.

FAQ zum Abschlussprojekt

Wie viel Wahlfreiheit habe ich beim Thema?

Viel. Die Dozenten geben einen Rahmen vor (Werkzeuge aus dem Kurs, realistisch umsetzbar), aber das konkrete Thema wählst du. Ideen werden in der Regel nur abgelehnt, wenn sie nicht zum Kurs passen.

Kann das Abschlussprojekt zusammen mit anderen Teilnehmern gemacht werden?

Das hängt vom Modul-Format ab. In der Regel sind Einzelprojekte vorgesehen, weil die Bewertung der Eigenständigkeit sonst schwer ist. In Einzelfällen sind Zweier-Teams möglich.

Was passiert, wenn das Projekt in der Umsetzung scheitert?

Scheitern im technischen Sinne ist kein Problem, solange die Reflexion stark ist. Wer offen erklärt, warum das Projekt nicht funktioniert hat und was er gelernt hat, besteht trotzdem.

Wird das Abschlussprojekt im Portfolio-Zertifikat dokumentiert?

Ja. Das Portfolio-Zertifikat bestätigt, dass das Projekt begutachtet wurde und den Anforderungen entspricht. Details zu Zertifikaten findest du im Artikel DEKRA, TÜV und IHK Zertifikate.

Wie lang ist der Dokumentations-Teil?

Etwa 1.500 bis 2.500 Wörter plus Screenshots und eine Projektübersicht. Das ist länger als ein normales Portfolio-Stück, aber nicht überladen.

Über den Autor

Dr. Jens Aichinger ist Gründer von SkillSprinters, einem DEKRA-zertifizierten Bildungsträger nach AZAV. Er ist promovierter Naturwissenschaftler und arbeitet seit über zehn Jahren an der Schnittstelle von Bildung und Digitalisierung. Mehr zum Autor auf der Autoren-Seite.

Zuletzt geprüft am 14. April 2026 von Dr. Jens Aichinger. Kontakt und Terminbuchung über skill-sprinters.de/termin.

Vorbereitung auf das Abschlussprojekt im Schnupperkurs

Im kostenlosen Schnupperkurs baust du ein Mini-Projekt nach demselben Schema, das im Abschlussprojekt Pflicht ist. So lernst du den Ablauf kennen, bevor er bewertet wird.

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