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Weiterbildung Digitalisierungsmanager

Portfolio auf der eigenen Website hosten: Wege und Kosten

· 8 Min. Lesezeit · Dr. Jens Aichinger
Laptop mit einer minimalistischen Portfolio-Website geöffnet

Eine eigene Portfolio-Website signalisiert Ernsthaftigkeit. Für einen Digitalisierungsmanager, der auf die Arbeit mit digitalen Werkzeugen hinweist, ist sie fast zur Pflicht geworden. Du brauchst dafür weder Programmierkenntnisse noch viel Geld. Monatlich 5 bis 10 Euro reichen, um eine solide Website zu betreiben. Dieser Ratgeber zeigt die Wege, die Kosten und die typischen Stolpersteine.

In der Beratungspraxis sehe ich dasselbe Muster immer wieder. Teilnehmer warten, bis sie “perfekte Projekte” haben, und schieben die Website vor sich her. Besser ist die andere Reihenfolge: Du legst die Website zu Kursbeginn an und füllst sie nach und nach. Wenn du sie in einer Bewerbung brauchst, ist sie fertig.

Warum sich eine eigene Website lohnt

Der erste Grund ist Unabhängigkeit. Deine Inhalte liegen nicht bei einer Plattform, die jederzeit ihre Regeln ändern kann. Der zweite ist das Erscheinungsbild. Eine eigene Domain wirkt professioneller als ein PDF-Anhang oder ein Profil auf einem kostenlosen Anbieter. Der dritte ist Auffindbarkeit. Deine Website kann über Suchmaschinen gefunden werden, was in manchen Bewerbungssituationen ein Vorteil ist.

Der wichtigste Effekt liegt woanders. Du zeigst, dass du eine Website betreiben kannst. Für einen Digitalisierungsmanager ist das ein direktes Signal im Berufsbild. Wer selbst keine Website betreibt, wirkt in diesem Feld widersprüchlich.

Drei Wege zur eigenen Website

WegAufwandKosten/MonatEignung
Baukasten-SystemNiedrig5 bis 15 EUREinsteiger
Open-Source-CMSMittel3 bis 10 EURFortgeschrittene
Statische SeiteHöher0 bis 3 EURTechnik-Interessierte

Alle drei Wege führen zu einem ordentlichen Ergebnis. Die Wahl hängt von deinem Zeitbudget und deiner Technik-Affinität ab.

Weg 1: Baukasten-System

Baukasten-Systeme sind die einfachste Variante. Du wählst eine Vorlage, änderst Texte und Bilder, veröffentlichst. Ohne jede technische Vorbereitung hast du in zwei bis drei Stunden eine funktionierende Website.

Die typischen Anbieter bieten kostenlose Einstiegs-Tarife und kostenpflichtige Erweiterungen. Für ein Portfolio reicht meist ein mittlerer Tarif zwischen 10 und 15 Euro pro Monat. Er enthält eine eigene Domain, Hosting und alle Grundfunktionen.

Du musst dich um Webhosting, Serverkonfiguration oder Backups nicht kümmern. Der Anbieter macht das. Der Preis dafür: Du bist an den Anbieter gebunden. Bei einem späteren Wechsel gibst du Inhalte neu ein.

Für ein erstes Portfolio ist dieser Weg oft der schnellste. Der Umstieg auf eine flexiblere Lösung bleibt dir offen.

Weg 2: Open-Source-CMS

Ein Open-Source-CMS bietet mehr Kontrolle, verlangt aber etwas mehr Einarbeitung. Du mietest einen Webhosting-Vertrag (ab etwa 3 Euro pro Monat), installierst das CMS (meist per Klick im Kundenbereich des Hosters) und wählst eine Vorlage.

Dieser Weg ist für Menschen geeignet, die gerne unter der Oberfläche arbeiten. Du kannst das Aussehen deiner Website frei anpassen, eigene Plugins installieren und deine Inhalte jederzeit exportieren, wenn du den Anbieter wechseln willst.

Typischer Aufwand: zwei bis drei Tage für die erste Einrichtung, danach wenig Wartung. Kosten bei 3 bis 10 Euro pro Monat für Domain und Hosting zusammen.

Weg 3: Statische Seite

Die dritte Variante ist die technisch anspruchsvollste, aber auch die günstigste. Du erstellst statische HTML-Dateien auf deinem Rechner und lädst sie auf einen einfachen Hoster oder einen kostenlosen Static-Hosting-Dienst hoch.

Maximale Kontrolle, oft kostenlos oder fast kostenlos. Im Gegenzug musst du dich mit HTML, CSS und ein bisschen Kommandozeile auskennen. Für Absolventen, die im Kurs mit n8n, Claude Code oder ähnlichen Werkzeugen gearbeitet haben, ist die Hürde überschaubar.

Für das erste Portfolio ist dieser Weg meist nicht optimal. Er lohnt sich eher, wenn du deine technische Kompetenz besonders sichtbar machen willst.

Die Domain

Die Domain ist der Name, unter dem deine Website erreichbar ist. Drei Regeln helfen.

  • Kurz und merkbar. Maximal 15 Zeichen, einfach auszusprechen.
  • Eigener Name. vorname-nachname.de ist ehrlich und wirkt professionell.
  • Keine kreativen Kunstnamen. Technische Phantasienamen verwirren Personaler.

Eine .de-Domain kostet etwa 5 bis 15 Euro pro Jahr. Die Anmeldung läuft in der Regel über den Webhoster mit, bei dem du die Website betreibst. Details zur strukturellen Gestaltung findest du im Artikel Was in ein gutes Portfolio gehört.

Mindestumfang der Seiten

Eine gute Portfolio-Website hat fünf Seiten.

Startseite. Name, kurze Positionierung, Navigation zu den anderen Seiten. Keine ausschweifende Selbstdarstellung.

Projekte-Übersicht. Alle Projekte mit Bildern und kurzen Zusammenfassungen. Jedes Projekt verlinkt auf eine eigene Detail-Seite.

Einzelne Projekt-Seiten. Pro Projekt eine eigene Seite mit dem vollständigen Case. Struktur wie im Artikel Praxisprojekte richtig dokumentieren beschrieben.

Über mich. Kurze Biografie, Weiterbildung, Werkzeug-Liste, Zertifikate. Nicht länger als 300 Wörter.

Kontakt. E-Mail, optional ein einfaches Kontaktformular. Impressum und Datenschutzerklärung sind Pflicht nach § 5 DDG (Digitale-Dienste-Gesetz).

Rechtliche Pflichten

Auch eine private Portfolio-Website unterliegt rechtlichen Regeln. Wer sie ignoriert, wird im Ernstfall kostenpflichtig abgemahnt, und das ist in der Praxis häufiger als die meisten denken, gerade bei Seiten mit Kontaktformular oder Jobbezug.

Ein Impressum nach § 5 DDG ist Pflicht, sobald die Website Bezug zu geschäftlicher oder beruflicher Tätigkeit hat. Eine DSGVO-konforme Datenschutzerklärung kommt dazu, sobald du Kontaktdaten erhebst oder Cookies nutzt. Genauso wichtig ist saubere Bildlizenz: Alle Bilder und Inhalte müssen entweder von dir stammen oder die Lizenz erlauben, sie zu nutzen.

Für Impressum und Datenschutzerklärung gibt es kostenlose Generatoren, etwa über die IHK oder Verbraucherzentralen. Die offiziellen Regeln findest du auf den Seiten der Verbraucherzentrale zu Rechtspflichten von Websites. Zu Datenschutz-Pflichten gibt der BfDI verständliche Hinweise.

Details zur kontinuierlichen Pflege findest du im Artikel Portfolio während der Weiterbildung kontinuierlich pflegen. Den Gesamtrahmen der Weiterbildung erklärt die Ratgeber-Pillar zum Berufsbild.

FAQ zur Portfolio-Website

Was kostet eine Website im Monat?

Zwischen 0 und 15 Euro, je nach Weg. Für Einsteiger sind 5 bis 10 Euro ein üblicher Wert. Darin enthalten sind Domain, Hosting und Grundfunktionen.

Brauche ich eine SSL-Verschlüsselung?

Ja, unbedingt. Die meisten Hoster bieten kostenlose SSL-Zertifikate automatisch an. Ohne SSL warnen Browser vor der Seite.

Wie lange dauert die erste Einrichtung?

Mit einem Baukasten-System zwei bis vier Stunden. Mit einem Open-Source-CMS einen bis zwei Tage. Mit statischen Seiten ein bis zwei Wochen, je nach Vorkenntnissen.

Muss ich mich um Backups kümmern?

Bei Baukasten-Systemen nein, das macht der Anbieter. Bei Open-Source-CMS und statischen Seiten ja, aber die meisten Hoster bieten Backup-Funktionen an.

Kann ich später auf eine andere Lösung wechseln?

Ja, wenn du die Inhalte exportierst. Baukasten-Systeme machen das oft schwerer als Open-Source-CMS. Statische Seiten sind am flexibelsten.

Über den Autor

Dr. Jens Aichinger ist Gründer von SkillSprinters, einem DEKRA-zertifizierten Bildungsträger nach AZAV. Er ist promovierter Naturwissenschaftler und arbeitet seit über zehn Jahren an der Schnittstelle von Bildung und Digitalisierung. Mehr zum Autor auf der Autoren-Seite.

Zuletzt geprüft am 14. April 2026 von Dr. Jens Aichinger. Kontakt und Terminbuchung über skill-sprinters.de/termin.

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